Die Infrastruktur ist zentral für den Erfolg eines Renminbi Hubs

Die Infrastruktur ist zentral für den Erfolg eines Renminbi Hubs

Spätestens seit der Eröffnung der ersten Filiale einer Chinesischen Bank in Zürich Ende 2015 ist der Renminbi auch in der Schweiz angekommen. Am vergangenen Freitag haben sich China-Kenner und -Interessierte auf Einladung der Schweizerisch-Chinesischen Handelskammer im ConventionPoint der SIX getroffen. Viele der Gespräche betonen die Bedeutung Chinas in der Weltwirtschaft, aber auch für die Schweiz. Umgekehrt nimmt die Schweiz eine wichtige Rolle bei der Internationalisierung des Renminbi ein – im Speziellen ihre Infrastruktur.

China ist derzeit der grösste Exporteur und zweitgrösste Importeur der Welt. Trotz jüngster Turbulenzen an den Finanzmärkten ist Chinas weltwirtschaftliche Bedeutung ungebrochen. Im vergangenen Jahr wuchs die chinesische Wirtschaft zwar „nur“ mehr um 6,9 Prozent (der schwächste Wert seit 1990), für andere Volkswirtschaften hingegen ist ein solcher Wert schlicht unvorstellbar.

Das Credo der Referenten des ersten Seminars zur Internationalisierung des Renminbi (RMB) in Zürich von letztem Freitag fällt einstimmig aus: Das grosse Ganze nicht aus den Augen verlieren.
Obschon sich das Wachstum von Import und Konsumausgaben verlangsamt, befindet sich China auf einem gesunden und profitablen Weg.

Die jüngsten Entwicklungen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen China und der Schweiz verdeutlichen diesen Aspekt. Seit dem 1. Juli 2014 ist ein Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern in Kraft. Thomas Zeeb, CEO, SIX Securities Services, erläutert: „Seither ist die Handelsbilanz der Schweiz mit China im internationalen Vergleich so stark gewachsen wie mit keinem anderen Land. Liquidität und folglich ein direkter Wechselkurs zwischen dem Schweizer Franken und dem RMB sind dabei entscheidend“.

Entscheidend betitelt Andy O’Callaghan von PWC vor allem die Infrastruktur: „If the Infrastructure works, volume increases.“ Die effiziente und zuverlässige Infrastruktur des Finanzplatzes Schweiz bildet eine solide Grundlage für das neuste Offshore RMB Zentrum und zukünftige Investitionen. Mit der Etablierung eines Renminbi Hubs wird die Schweiz zum regionalen Handelsplatz für grenzüberschreitende Finanzgeschäfte in der Chinesischen Währung. SIX bietet über die Swiss Value Chain sowie ihr internationales Netzwerk dem chinesischen Markt Zugang zur Schweiz sowie dem Rest von Europa. Hierfür wurden verschiedene MoU (Memorandum of Understanding) mit der ersten Filiale der Chinese Construction Bank in Zürich unterzeichnet.

In der Frage nach zukunftsträchtigen Investitionen in China ist sich die Mehrheit der Experten an der finalen Paneldiskussion einig. „Konsumgüter“ dominieren die Empfehlungen. Urs Wieland, Head Regulatory Relations von SIX Securities Services dazu: „Die chinesische Wirtschaft mag zwar rückläufige Exportzahlen aufweisen, im Konsum hingegen besteht bedeutendes Potential. Die Löhne und der Konsum in urbanen Zentren wachsen immer noch stark. Für ausländische Unternehmen und Investoren ist es aber wichtig zu erkennen, dass chinesische Konsumenten ganz eigene Bedürfnisse und Ansprüche haben.“